Wahrnehmungsübungen

Je mehr wir wissen, desto wichtiger wird es, daß wir unser Wahrnehmen und Denken in Bewegung halten. Inzwischen ist auch neurobiologisch nachgewiesen (z.B. nachzulesen bei Lawrence Katz: Neurobics - Fit im Kopf), daß wir auf diesem Weg unsere geistigen Fähigkeiten nicht nur erhalten, sondern sogar ständig erweitern können. Das erreichen Sie mit den folgenden 12 "Monatsübungen" bei minimalem Aufwand und während Ihres normalen Alltags. Halten Sie jeweils eine der Übungen etwa einen Monat lang bewußt in Ihrem Blickfeld, so daß sie mehrmals pro Woche daran denken, bewußt zu üben - der Online Coach DaySense unterstützt Sie wirkungsvoll dabei.

Januar: blind sehen

Blind sehen Versuchen Sie einmal, einige alltägliche Aktivitäten (bei denen das ungefährlich ist) mit geschlossenen Augen auszuführen. Sie könnten z.B. morgens blind duschen, sich blind ankleiden oder versuchen, ein Objekt mit geschlossenen Augen an seinem gewohnten Platz zu finden. Sie schärfen damit die anderen Sinne in ihrer Beobachtungsfähigkeit. Suchen Sie jeden Tag eine neue Übungsform!

Februar: die falsche Hand

Diesmal geht es darum, kleine alltägliche Dinge mit der ungewohnten Hand, also für Rechtshänder mit der linken Hand, zu tun. Fangen Sie gleich morgens mit dem Zähneputzen an und bevorzugen Sie kleine kurze Handgriffe - Sie müssen nicht gleich damit anfangen, mit der "falschen" Hand zu schreiben!

März: die andere Verwendung

Notieren Sie täglich für einen Gebrauchsgegenstand aus Ihrer Umgebung mindestens 10 alternative Verwendungsmöglichkeiten. Was kann man z.B. alles mit einer Telefonkarte machen? Wir denken z.B. an Dinge wie "Türen öffnen", "Butterbrote schmieren" oder "wackelige Tische stabilisieren".

April: Geräuscheraten

Nutzen Sie aktivitätsarme Zeiten, z.B. beim Warten auf die U-Bahn oder während Sie im Zug sitzen, um Ihre Augen zu schließen, auf die Sie umgebenden Geräusche zu lauschen und sich vorzustellen, was da gerade geschieht. Denken Sie auch bei dieser Übung an Ihre Sicherheit: wenn Sie aus einem Geräusch schließen, daß Sie gerade beraubt werden, dann machen Sie die Augen lieber wieder auf!

Mai: moderne Zeiten

Moderne Zeiten Dieser Monat ist Ihrer Zeitroutine gewidmet! Machen Sie mehrmals pro Woche Dinge zu anderen Zeiten oder in einer anderen Reihenfolge, als es Ihrer Gewohnheit entspricht. Dafür gibt es im beruflichen wie im privaten Leben jede Menge Möglichkeiten - wenn Sie gleichzeitig darauf achten, mit Ihren Mitmenschen keinen Ärger zu bekommen: die Post mal zu einem anderen Zeitpunkt zu machen ist da schon besser als nicht zum gewohnten Zeitpunkt nach Hause zu kommen.

Juni: sinn-volle Gestaltung

Versuchen Sie einmal, Ihre Umgebung so zu gestalten, daß sie immer wieder neue Sinneseindrücke erlaubt. Das könnte in Ihrem Privatbereich eine Änderung der Beleuchtung, neue Musik oder ein Duft sein. In Ihrem beruflichen Alltag wären ein interessanter Blumenstrauß, ein Bild oder ein kleines Kunstobjekt, das sich vielleicht auch noch gut anfühlt, erste Ideen dazu. Suchen Sie mindestens einmal pro Woche ein neues Element.

Juli: taube Nuß

Besorgen Sie sich in einer Apotheke oder in einem Geschäft für Hörgeräte Ohrenstöpsel. Nutzen Sie kurze Pausenzeiten dafür, "nur zu schauen" und auf die fehlenden Geräusche zu schließen. Können Sie sich vorstellen, worüber gerade gesprochen wird, wenn Sie nur genau hinschauen?

August: auf den Kopf

Welche Dinge in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld lassen sich ohne Gefahr auf den Kopf stellen? Jeden Tag ein neues Objekt: Fotos, Uhren und ähnliches bieten sich an. Inzwischen sollten Sie die wichtigsten Personen Ihrer näheren Umgebung in Ihr geistiges Fitneßprogramm eingeweiht haben - nur damit die sich keine Gedanken machen!

September: nie gehört

Jetzt wird es etwas anstrengend! Bitte lesen, hören und sehen Sie in diesem Monat einmal gezielt etwas anderes als sonst. Vor allem geht es um Informationen, mit denen Sie eigentlich gar nichts zu tun haben wollen, weil Ihnen die ganze Linie gegen den Strich geht (soweit zur Anstrengung). Wenn Sie es schaffen, sich wenigstens für eine kurze Zeit darauf zu konzentrieren, dem "falschen" Gedankengang beobachtend zu folgen und von ihrem "falsch" zunächst abzusehen, machen Sie eine der wertvollsten Übungen für Ihre geistige Beweglichkeit.

Oktober: offene Sinne

Offene Sinne Nutzen Sie in diesem Monat kleine Spaziergänge in Ihrer gewohnten Umgebung, um dabei gezielt auf die Dinge zu achten, die Sie bisher noch nie bewußt wahrgenommen haben. Gemeint sind nicht nur sichtbare Objekte, sondern auch Geräusche, Gerüche, Tasterlebnisse oder bisher nicht wahrgenommene Vorgänge. Je besser Sie diese Übung ausführen, desto lebendiger und abenteuerreicher wird die Welt, in der Sie leben!

November: mal anders

In der besinnlichen Zeit des November besteht eine gute Möglichkeit, sich möglichst viele Gewohnheitsmuster bewußt zu machen und - ohne Ihre Mitmenschen übermäßig zu belasten - einmal etwas anderes auszuprobieren. Vielleicht gibt es noch andere Routen, die Sie mit Ihrem Wagen zur Arbeit nehmen können; vielleicht können Sie beim Abendessen am Familientisch mal einen anderen Platz einnehmen. Freuen Sie sich auf wachsenden Ideenreichtum!

Dezember: Irritation

Unsere Denkmuster und Vorurteile sind deshalb so bindend, weil wir sie kaum bewußt wahrnehmen. Erst wenn wir "anecken" werden sie uns bewußt. Suchen Sie in diesem Monat möglichst viele Gelegenheiten, bei denen Ihre Vorurteile voraussichtlich irritiert werden und begegnen Sie diesen Situationen mit der bereits im September geübten Haltung. Nach einiger Zeit werden Sie erleben: hinter der Irritation liegt eine großes Feld der Bereicherung!

Übungsreihenfolge

Die Übungen haben eine bewußt gewählte Reihenfolge (es ist aber ziemlich gleich, in welchem Monat Sie beginnen) und wenn Sie einen Zyklus beendet haben, dann fangen Sie einfach wieder von vorne an, oder machen einige der Übungen zu einer dauerhaften Gewohnheit, oder sie kommen im nächsten Mai auf die Idee, die Reihenfolge für dieses Mal zu ändern ... Viel Spaß an der neu gewonnenen Fitneß!