Buchbesprechungen: Neue Buchbesprechungen

 

Ethik ist wichtiger als Religion - Dalai Lama mit Franz Alt

Kurz, prägnant und preiswert. Auf nur rund 50 Seiten beschreibt der Dalai Lama, zum Teil im Gespräch mit Franz Alt, wie wir die vielen Konflikte und Kriege, die unsere Welt überziehen, überwinden können. Er deutet auf die potentielle Intoleranz der Religionen und stellt ihr das Bild einer natürlichen, allgemein menschlichen Spiritualität gegenüber. Dieses kleine Buch kann uns ermutigen, aktiv unseren Geist zu üben, damit die innere Klarheit und das Mitgefühl sichtbar werden, die sich hinter unseren oft kontraproduktiven Emotionen befinden. Ein Plädoyer für gemeinsamen Fortschritt in Freiheit.


 

Der Weg aus dem Leadership Dilemma. - Sprenger, Bernd / Novotny, Till

Komplexität und Vernetzung ändern die Anforderungen an Führung und Unternehmensführung grundsätzlich. Einerseits wird vieles unüberschaubarer und andererseits wird von den Top-Führungskräften mehr Orientierung gefordert. Wie man in dieser Situation verantwortlich führt, andere stärker einbezieht und im Team an der Spitze wirkungsvoller zusammenarbeitet, darauf gibt dieses Buch Antworten. Bestellung hier links über Amazon oder direkt beim Verlag: http://www.springer.com/de/book/9783662471463


 

Kommunikation als Lebenskunst: Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens - Pörksen, Bernhard / Schulz von Thun, Friedemann

Warum funktionieren Kommunikationsrezepte nie? Was bedeutet Schweigen? Mit wie vielen Ohren hören wir zu? Warum sind Missverständnisse normal? Wie übt man Kritik, ohne den anderen zu verletzen? Dieses Buch ist ein Dialog zwischen dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun und dem Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen über die kleinen und großen Fragen der Kommunikation. Gleichermaßen humorvoll und ernst, mit Lust an der erhellenden Debatte beschreiben die Autoren die Erkenntnisse der modernen Kommunikationspsychologie und zeigen, wie sie sich für ein besseres gemeinsames Leben praktisch nutzen lassen.


 

Theorie U: Von der Zukunft her führen - Scharmer, Claus O.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) im amerikanischen Cambridge gilt weltweit als eines der kreativsten Institute mit engem Bezug zur Praxis. Sechs Nobelpreise allein in den Wirtschaftswissenschaften belegen das eindrücklich. Dort entstand auch Peter Senges Buch „Die fünfte Disziplin“, das die Organisationsforschung und -beratung maßgeblich beeinflusst hat. Mit der „Theorie U“ des deutschen MIT-Forschers Otto Scharmer gibt es nun eine der heutigen Komplexität entsprechende Führungsmethode, um Unternehmen jenseits der überholten Change-Management-Prozesse weiterzuentwickeln. „Von der Zukunft her führen“ bedeutet, Zukunftschancen als sich andeutende Muster zu erkennen und für sich zu erschließen. „Presencing“ (aus „presence“ und „sensing“) nennt Scharmer die dafür erforderliche Fähigkeit, die möglichst viele Mitglieder des Unternehmen und ihr Wissen einbezieht. Entscheidend ist die Entwicklung einer neuen Haltung gegenüber Veränderung, die Komplexität, Unüberschaubarkeit und Selbstorganisation bewußt einbezieht. „Ein Buch für Pragmatiker und engagierte Menschen, die offen dafür sind, ihre eigenen Annahmen zu hinterfragen und auf ihre innere Stimme zu hören. Nur durch Zuhören werden wir die kollektive Fähigkeit entwickeln, eine andere Welt hervorzubringen und zu gestalten.“ (Peter Senge, MIT Sloan School of Management)


 

Die Welt in einem einzigen Atom: Meine Reise durch Wissenschaft und Buddhismus - Dalai Lama

Naturwissenschaftler erforschen die Natur und somit auch die Menschen durch eine nach außen gerichtete Wahrnehmung bzw. Messung. Die Meditation ist eine nach innen gerichtete Wahrnehmung, wobei der Bereich der äußeren Sinneswahrnehmungen durch innere Erfahrungen ergänzt wird. Seine Heiligkeit der Dalai Lama schafft die Vision einer Wissenschaft, die beide Perspektiven zu einer umfassenderen Methode integriert. Er erläutert das am Beispiel der Bewusstseinsforschung, die ein Schlüssel für diesen erweiterten Wissenschaftsbegriff werden kann. Die einseitige Tendenz zu einer nutzenorientierten Versachlichung (Funktionalisierung) von Mensch, Natur und Welt wird auch von Top-Wissenschaftlern kritisch gesehen: "Die wissenschaftliche und technische Welt der Neuzeit ist das Ergebnis des Wagnisses des Menschen, das Erkenntnis ohne Liebe heißt." (C.F. von Weizsäcker) Dem analytisch naturwissenschaftlichen Blick ist die Schönheit einer Blume in ihrer Erscheinung nicht zugänglich. Dieses Buch deckt mit großer Ehrlichkeit unterschwellige Glaubenssätze der Naturwissenschaften auf, die oft als naturgegebene, objektive Realität verstanden werden, und öffnet den Blick für die konkrete Möglichkeit einer neuen, vollständigeren Wissenschaft.